Der ZVEI hat einen deutschen Blueprint für die AI-Zentren der Zukunft als „Electrifying Idea“ nominiert.
Kühltechnik als Schlüssel zur KI-Souveränität
Damit Künstliche Intelligenz (Artificial Intelligence, AI) im großen Maßstab wirken kann, braucht sie mehr als Algorithmen. Sie braucht Rechenzentren, die mit der extremen Leistungsdichte der Hochleistungs-Chips Schritt halten können – bestenfalls souverän in Europa. Rittal, das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung und das Deep-Tech Unternehmen etalytics zeigen, wie das mit Direct Liquid Cooling und AI-gestützter Energieoptimierung gelingen kann. Der gemeinsame Blueprint für skalierbare europäische AI-Infrastruktur aus Hessen steht jetzt auf der Shortlist der Top 3 für den Electrifying Ideas Award 2026 des ZVEI.
Künstliche Intelligenz verspricht rasante Fortschritte für Forschung, Industrie und Alltag – mit hoher Relevanz für den deutschen Wirtschaftsstandort. Ihr Wachstum entscheidet sich auch im Maschinenraum der Digitalisierung: In den Rechenzentren, wo neue Hochleistungsprozessoren (GPUs ) enorme Datenmengen für AI-Anwendungen verarbeiten. Hier sind neue Architekturen für Kühlung und Strom gefragt, denn die etablierten Konzepte mit Luftkühlung haben längst ihre physikalische Grenze erreicht.
Genau dort setzt das nominierte Projekt aus Deutschland mit internationalem Know-how an: Rittal hat ein Direct-Liquid Cooling-System entwickelt, das mit Wasser die Wärme direkt an den Chips aufnimmt. So wird Rechenleistung von über einer Million Watt auf engstem Raum möglich – modular, einfach instandzuhalten und ausgelegt auf 24/7-Betrieb im großen Stil. Gemeinsam mit GSI wurde das System in Darmstadt im Green IT Cube in Betrieb genommen und zur Serienreife weiterentwickelt. Das grüne GSI-Rechenzentrum bietet die ideale Umgebung: moderne Datacenter-Architektur mit höchster Energieeffizienz, High-Performance-Computing für den Teilchenbeschleuniger FAIR und das Digital Open Lab als Entwicklungsplattform. etalytics ergänzt das Konzept um AI-gestützte Energieoptimierung auf Basis von digitalen Zwillingen und AI-basierten Regelungsalgorithmen und senkt damit den CO2-Footprint noch weiter.
Mit drei Partnern vom Engpass zur Schlüsseltechnologie
Das Ergebnis: Aus einer Nischen-Technologie für Spezialanwendungen wurde ein praxisbewährtes Serienkonzept für schnelle Skalierung – geeignet als Tempomacher für den Ausbau souveräner AI-Infrastruktur mit Know-how und hoher Wertschöpfungstiefe in Europa.
Schnelle Skalierung mit System gehört zum internationalen Geschäft von Rittal. Das Familienunternehmen aus Hessen beschleunigt die Prozesse seiner Kunden nicht nur in der Industrie mit Systemtechnik, Software und Automatisierung. Der Global Player liefert auch jährlich rund 180.000 Server-Racks an die als Hyperscaler bekannten großen Cloudanbieter in den USA und Asien. Mit ihnen arbeitet Rittal auch im Open Compute Project OCP an den internationalen Spezifikationen für die AI-Fabriken der Zukunft – für Racks und immer mehr auch für Kühlung und Stromverteilung.
GSI ist international vor allem für einzigartige Infrastruktur zur Grundlagenforschung bekannt. Mit dem zukünftigen Beschleunigerzentrum FAIR werden Forschende aus aller Welt Experimente durchführen, um neue Erkenntnisse über den Aufbau der Materie und die Entwicklung des Universums zu gewinnen. Über die Forschung hinaus fördert GSI mit dem „Digital Open Lab“ gezielt den Transfer von Technologien und Innovationen in die Industrie und Digitalwirtschaft. Externe Kooperationspartner können die Infrastruktur und IT-Kompetenzen für gemeinsame Entwicklungsprojekte und Kollaborationen rund um die Themen Rechenzentrumsinfrastruktur, High Performance Computing und KI nutzen.
etalytics sorgt für Transparenz der hoch relevanten Energieverbräuche und optimiert sie mit einer eine AI-gestützten Plattform. Hervorgegangen aus einer Forschungsgruppe der TU Darmstadt, bringt das Start-up DeepTech-Entwicklungen aus den Bereichen Datenanalyse, AI und Energiewissenschaften aus der Forschung in immer größerem Stil und bei immer größeren Unternehmen in die Praxis. Mit digitalen Zwillingen des Systems sorgt AI so für mehr Energieeffizienz beim Einsatz von AI-Anwendungen.
Große Bühne für AI-Transformation
Der ZVEI verleiht den Electrifying Ideas Award 2026 zum vierten Mal. Prämiert werden Innovationen, die Energie effizient einsetzen, Ressourcen schonen und wirtschaftlich wie gesellschaftlich wirken. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär überreicht den Preis am 20. Mai beim eSummit des ZVEI in Berlin – dem Gipfeltreffen der Elektro- und Digitalindustrie. Unter dem Leitgedanken „Zukunft mAIde with Germany“ diskutieren Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, wie AI in Deutschland in die breite Anwendung kommt – und welche Rahmenbedingungen technologische Exzellenz, Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität zusammenbringen.

About etalytics
Founded in 2020 as a spin-off from the “ETA| Energy Technologies and Applications in Production” research group at TU Darmstadt, etalytics GmbH develops AI-powered software for industrial energy optimization. Its flagship platform, etaONE®, enables real-time monitoring, predictive analytics, and autonomous optimization of HVAC and cooling systems – helping organizations reduce energy costs, emissions, and operational complexity. etaONE® is deployed in mission-critical environments across sectors such as data centers, automotive manufacturing, and pharmaceutical and chemical production. Recognized for its innovative and sustainable approach, etalytics has received multiple national and international awards.
Lisa Olmert
PR & Communication Manager, etalytics
lisa.olmert@etalytics.com
press@etalytics.com
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