Rechenzentrum

Telehouse erschließt weitere Effizienzpotenziale in einem bereits optimierten Rechenzentrum

10,4 %
Weniger Stromverbrauch gemessen an einer von fünf Kühleinheiten
~497 MWh/Jahr
Prognostizierte Stromeinsparung für das gesamte System mit fünf Einheiten
~180 t CO₂/Jahr
Prognostizierte vermiedene CO₂-Emissionen auf Basis des konventionellen deutschen Strommixes
Frankfurt, Germany
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KI-gestützte Optimierung senkt den Stromverbrauch der ersten optimierten Kühleinheit am Frankfurter Rechenzentrum von Telehouse um 10,4 % – bei voller Betriebssicherheit und operativer Kontrolle.

Mit etaONE® von etalytics optimiert Telehouse seine bestehende Kühlinfrastruktur im laufenden Betrieb und innerhalb klar definierter technischer Grenzen.

Die in dieser Success Story dargestellten Ergebnisse basieren auf den Projektergebnissen, die am 9. September 2026 in der gemeinsamen Pressemitteilung von Telehouse und etalytics veröffentlicht wurden.

Ausgangssituation

Zusätzliche Effizienzpotenziale in einem bereits optimierten Umfeld erschließen

Die Effizienz von Rechenzentrumskühlung zu steigern, bedeutet nicht nur, ältere oder ineffiziente Infrastruktur zu modernisieren. Auch bereits effizient betriebene Systeme können zusätzliche Optimierungspotenziale bieten, wenn sich Kühllast, Außentemperatur und Anlagenverhalten verändern.

Am Frankfurter Rechenzentrum machten sich Telehouse und etalytics gemeinsam daran, diese Potenziale innerhalb der bestehenden Kühlinfrastruktur zu identifizieren und zu erschließen.

Die Herausforderung bestand darin, die Energieeffizienz unter realen Betriebsbedingungen weiter zu verbessern, ohne Betriebssicherheit oder operative Kontrolle zu beeinträchtigen. Gleichzeitig musste die Optimierung standortspezifische Anforderungen berücksichtigen, darunter nächtliche Lärmschutzvorgaben, die den betrieblichen Spielraum der Kühltürme einschränken.

Die Lösung

KI-gestützte Optimierung des bestehenden Kühlsystems

Telehouse setzt die etaONE® Plattform von etalytics ein, um die Kälteversorgung am Frankfurter Standort zu optimieren.

etaONE® kombiniert Echtzeit-Betriebsdaten, physikbasierte digitale Zwillinge, prädiktive Analysen und automatisierte Sollwertoptimierung. Auf Basis sich verändernder Betriebsbedingungen identifiziert die Plattform effizientere Betriebspunkte und hält dabei definierte technische Grenzen ein.

Im aktuellen Optimierungsumfang passt etaONE® zwei Stellgrößen im Rückkühlkreis an:

  • die Austrittstemperatur des Kühlturms
  • den Volumenstrom der Rückkühlpumpen

Die Plattform arbeitet parallel zur bestehenden Gebäudeautomation von Telehouse. Definierte Fallback-Mechanismen sorgen dafür, dass die Anlage bei Bedarf automatisch auf die konventionelle Regelung zurückschaltet. Das Betriebspersonal kann jederzeit eingreifen.

So kann die Optimierung innerhalb der bestehenden Betriebsumgebung erfolgen, ohne die zugrunde liegende Regelungsinfrastruktur zu ersetzen.

Nachgewiesene Ergebnisse

10,4 % weniger Stromverbrauch im laufenden Betrieb

Die erste optimierte Kühleinheit erreichte eine Reduktion des Stromverbrauchs um 10,4 %.

Das Ergebnis wurde ermittelt, indem der optimierte Betrieb zwischen dem 14. April und dem 5. August 2026 mit historischen Zeiträumen unter vergleichbaren Betriebsbedingungen verglichen wurde. Bei der Auswertung wurden Außentemperatur und Kühllast berücksichtigt.

Besonders relevant ist das Ergebnis, weil es in einem bereits gut optimierten Rechenzentrum und im laufenden Betrieb erzielt wurde.

Im ausgewerteten Zeitraum kam es im Zusammenhang mit der Optimierung zu keinen Zwischenfällen oder Grenzwertverletzungen. Der reguläre Rechenzentrumsbetrieb wurde nicht beeinträchtigt, auch nicht während geplanter Wartungsarbeiten.

Von der ersten optimierten Einheit zum gesamten Kühlsystem

Das betrachtete Kühlsystem besteht aus fünf Einheiten.

Auf Basis der Ergebnisse der ersten optimierten Einheit wird der gleiche Optimierungsansatz bereits auf die weiteren Einheiten ausgeweitet.

Für das gesamte System mit fünf Einheiten werden auf Grundlage der bislang erzielten Ergebnisse rund 497 MWh Stromeinsparung pro Jahr prognostiziert.

Das entspricht – gerechnet mit dem konventionellen deutschen Strommix – rund 180 Tonnen vermiedenen CO₂-Emissionen jährlich.

Das gemessene Ergebnis der ersten Einheit bildet damit die Grundlage, um die erzielten betrieblichen Verbesserungen im Zuge des Rollouts auf eine größere Wirkung im Gesamtsystem zu übertragen.

Mehr als Energieeinsparungen: zusätzliche Transparenz im Anlagenbetrieb

Die für die Optimierung genutzten Betriebsdaten können zugleich zusätzliche Einblicke in den Zustand der Anlagen ermöglichen.

etaONE® überwacht Indikatoren, die auf eine zunehmende Verschmutzung der Kühlturmfilter hindeuten. Dadurch erhält Telehouse früher Einblick in Veränderungen des Filterzustands und kann Wartungsmaßnahmen gezielter planen.

Ausgezeichnet für nachhaltige Rechenzentrumsinfrastruktur

Das Projekt wurde bei den Platform Global Awards 2026 mit dem Infrastructure Sustainability Award ausgezeichnet. Telehouse Deutschland erhielt die Auszeichnung als Projektbetreiber.

Mit KI-basierter Optimierung durch etalytics machen wir Energieströme und Betriebszustände transparent und beherrschbar. Innovation zeigt sich für mich nicht darin, immer mehr Technik einzubauen. Sondern darin, mit weniger Aufwand bessere Ergebnisse zu erzielen.

Michael Nicolai
CEO, Telehouse Deutschland GmbH

Nächste Schritte

Der bestehende Optimierungsansatz wird bereits auf die weiteren Kühleinheiten des Systems ausgeweitet. Darüber hinaus ist eine Optimierung der Kaltwasserseite geplant, die zusätzliche Potenziale innerhalb der gesamten Kühlinfrastruktur erschließen soll. Telehouse plant außerdem, etaONE® künftig stärker für das integrierte Energie- und Betriebsreporting zu nutzen. Da die Plattform direkt mit den zugrunde liegenden Betriebssystemen verbunden ist, können Berichte auf einer einheitlichen Datenbasis erstellt werden, ohne Informationen manuell aus verschiedenen Quellen zusammenführen zu müssen. Automatisierte Reporting- und Dashboard-Funktionen sollen die Berichtsprozesse vereinfachen und eine konsistentere Sicht auf Energieverbrauch und Anlagenbetrieb ermöglichen.

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