Die Europäische Kommission hat einen Entwurf für eine delegierte Verordnung zur Einführung eines gemeinsamen EU-Bewertungssystems für Rechenzentren vorgelegt. Sollte das System verabschiedet werden, könnten Nachhaltigkeitsdaten durch ein standardisiertes elektronisches Label besser sichtbar gemacht werden. Dies umfasst Indikatoren wie PUE, WUE, die Nutzung erneuerbarer Energien, netzunterstützende Funktionen sowie die Bereitschaft zur Abwärmenutzung.
Für Betreiber könnte dies die Vergleichbarkeit der Nachhaltigkeitsleistung erleichtern und die Transparenz im europäischen Rechenzentrumssektor erhöhen. Dieser Artikel erläutert, was der Entwurf vorsieht, warum er von Bedeutung ist und welche Vorbereitungsschritte bereits heute sinnvoll sind.
3 zentrale Erkenntnisse
1. Nachhaltigkeitsleistung von Rechenzentren könnte transparenter werden
Das vorgeschlagene Label könnte Indikatoren wie PUE, WUE, die Beschaffung erneuerbarer Energien, netzunterstützende Funktionen und die Bereitschaft zur Abwärmenutzung in einem standardisierten Format zusammenführen.
2. Die Leistung eines Rechenzentrums umfasst mehr als nur den PUE-Wert
Energieeffizienz, Wasserverbrauch, Ausfallsicherheit, Kühlstrategie, die Einbindung erneuerbarer Energien und infrastrukturelle Rahmenbedingungen müssen ganzheitlich betrachtet werden.
3. Betreiber sollten die Leistung hinter dem Label vorbereiten
Zuverlässiges Reporting wird immer wichtiger. Langfristige Leistungsverbesserungen hängen jedoch von einer besseren Messung, Optimierung und fundierten operativen Entscheidungsfindung ab.
Europas Rechenzentrumsbranche sieht sich wachsenden Transparenzanforderungen gegenüber
Europas Rechenzentrumssektor wächst rasant. Gleichzeitig rückt die Art und Weise, wie Anlagen Energie, Wasser und Infrastruktur nutzen, zunehmend in den Fokus.
Die Europäische Kommission hat mit der Delegierten Verordnung (EU) 2024/1364 ein EU-weites System zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Rechenzentren etabliert. Sollte dieses verabschiedet werden, könnte es einen einheitlichen Ansatz einführen, um die Nachhaltigkeitsleistung von Rechenzentren europaweit sichtbarer, messbarer und vergleichbarer zu machen.
Der Vorschlag baut auf Nachhaltigkeitsinformationen auf, die bereits an die europäische Datenbank für Rechenzentren übermittelt werden. Auf Basis dieser Daten könnte ein elektronisches Label für berichtende Einrichtungen erstellt werden.
Der Entwurf sieht derzeit öffentliche Labels ab 2027 vor. Die Verordnung ist jedoch noch nicht verabschiedet, und die endgültigen Anforderungen können sich bis zum Inkrafttreten noch ändern.
Die Richtung ist dennoch klar: Ausgewählte Energie- und Nachhaltigkeitsindikatoren könnten leichter verständlich und vergleichbar werden.
Für Betreiber stellt sich die entscheidende Frage:
Wie wird Ihre Anlage abschneiden, wenn Nachhaltigkeitsdaten transparenter werden?
Was ist das EU-Rating-System für Rechenzentren?
Das geplante EU-Rating-System für Rechenzentren soll den bestehenden Berichterstattungsrahmen der Energieeffizienzrichtlinie ergänzen. Es wurde entwickelt, um die Transparenz und Vergleichbarkeit der Nachhaltigkeitsleistung von Rechenzentren zu erhöhen.
Basierend auf den Informationen, die in die europäische Datenbank eingereicht werden, könnte das System ein elektronisches Label für die berichtenden Rechenzentren generieren.
Das geplante Label könnte Folgendes umfassen:

Übersicht der Indikatoren des EU-Rating-Labels für Rechenzentren, einschließlich PUE-Klasse, WUE-Klasse, Bezug erneuerbarer Energien, Kühlgradtage, Netzfunktionen und Abwärmenutzungspotenzial. Kurz gesagt: Der Vorschlag könnte die bestehende Nachhaltigkeitsberichterstattung in ein sichtbares und standardisiertes Signal verwandeln.
Ziel ist es, die Transparenz zu verbessern, Vergleiche zwischen Rechenzentren zu unterstützen und Möglichkeiten zur Senkung des Energie- und Wasserverbrauchs besser sichtbar zu machen.
Wie sich das EU-Rating-System im Vergleich zum deutschen EnEfG verhält
Das geplante EU-Rating-System für Rechenzentren und das deutsche Energieeffizienzgesetz (EnEfG) verfolgen unterschiedliche Ziele. Das EU-System konzentriert sich darauf, die Nachhaltigkeitsleistung europaweit transparenter und vergleichbarer zu machen, während das EnEfG verbindliche Effizienz- und Berichtsanforderungen für Betreiber in Deutschland festlegt.

Der wichtige Unterschied besteht darin, dass sich das EU-System auf Sichtbarkeit und Vergleichbarkeitkonzentriert, während das EnEfG verbindliche Anforderungen für Betreiber in Deutschlandfestlegt.
Warum die EU-Rating-Methodik über den PUE-Wert hinausgeht
Der PUE-Wert bleibt einer der wichtigsten Indikatoren für die Effizienz von Rechenzentren. Das vorgeschlagene Label würde ihm eine zentrale Rolle zuweisen.
Der Entwurf spiegelt jedoch auch ein breiteres Verständnis wider: Die Leistung eines Rechenzentrums lässt sich nicht allein anhand einer einzigen Kennzahl fair bewerten.

Methodik zur Nachhaltigkeit von Rechenzentren, die aufzeigt, wie die PUE-Leistung im Zusammenhang mit Energieeffizienz, Wassereffizienz, Ausfallsicherheit, Kühlstrategie und infrastrukturellen Einschränkungen betrachtet werden muss.
Klimatische Bedingungen, das Alter der Anlage, bauliche Einschränkungen und betriebliche Anforderungen können die Leistung beeinflussen.
Das vorgeschlagene System berücksichtigt daher auch zusätzlichen Kontext, einschließlich der Gradtagszahlen für die Kühlung sowie weiterer standortspezifischer Informationen.
Betreiber müssen zunehmend folgende Aspekte in Einklang bringen:
- Energieeffizienz
- Wassereffizienz
- Ausfallsicherheit
- Kühlstrategie
- Integration erneuerbarer Energien
- infrastrukturelle Einschränkungen
Je besser diese Wechselwirkungen verstanden werden, desto aussagekräftiger werden die einzelnen Leistungsindikatoren.
PUE und WUE: Wassereffizienz rückt in den Fokus
Eines der deutlichsten Signale des Vorschlags ist, dass die Wassereffizienz zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Jahrelang dominierte der PUE-Wert die Diskussionen über die Effizienz von Rechenzentren. Das vorgeschlagene System würde den WUE-Wert gleichberechtigt neben den PUE-Wert stellen





